Ortsverein Denkendorf (BY)

Denkendorf muss nachhaltig Schulstandort bleiben


In der Kommunalwahl 2008 bekannten sich die Listenkandidaten des SPD Ortsvereins zum Thema Bildung mit folgenden Sätzen:

"Um den Erhalt unserer Hauptschule zu sichern, muss mit den Nachbargemeinden zusammen gearbeitet werden. Für die Verteilung der Ganztages- und Regelklassen wird noch viel Verhandlungsgeschick erforderlich sein. Auch über eine Nachmittagsbetreuung sollte nachgedacht werden.“

2008/2009 besuchten erstmals 4 Schüler aus Denkendorf die 5. (Ganztagesklasse) in Kipfenberg. Drei Schüler aus Kipfenberg besuchten umgekehrt die Regelklasse in Denkendorf. Nach dem Beschluss im Gemeinderat mit 15:0 am 19.03.2009 konnte für das Schuljahr 2009/2010 bereits zusätzlich eine 7. Ganztagesklasse in Denkendorf installiert werden.

Mit der erneuten Änderung des BayEUG, das im Juni 2010 wohlgemerkt erst zur Unterschrift ansteht, müssen Hauptschulen, die weniger als 300 Schüler unterrichten, bis zum Schuljahr 2011/2012 in Schulverbünde zusammengeschlossen werden. Dies bringt uns aber langfristig keine Lösung. Das Ende der neuen Strategie des Kultusministeriums wird sein, dass aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten die Schulstandorte mehr und mehr zentralisiert werden, die Heimatschulen werden sich zu Regionalen Zentralschulen weiter entwickeln und damit können auch die Klassenstärken wieder voll ausgereizt werden. Kosten senken, nicht die Individualität des Schülers erkennen und auch nicht die Integration unserer anderssprachigen Schülerinnen und Schüler werden die Berücksichtigung finden.

Warum stehen wir vor dieser Situation:

Wegen des demographischen Wandels, rückläufiger Geburtenzahlen und vor allen Dingen der Einführung der sechsstufigen Realschule dünnte unsere Hauptschule weiter aus. Eltern, die diese Situation in den neunziger Jahren erkannten, schickten wenn irgendwie möglich ihre Kinder schon mit Nachhilfeunterricht nach der 4. Klasse ins Gymnasium, auch mit dem Risiko, nach der 5./6. Klasse in die Realschule oder sogar in die Hautschule durchgereicht zu werden. Anstatt die Zeichen der Zeit zu erkennen und den Bildungs- und pädagogischen Standard in den Hauptschulen zu erhöhen, führte man 2001 die 6-stufige Realschule ein.
Was mit dieser Entscheidung erreicht wurde zeigt uns die heutige Situation an den Hauptschulen. Kinder und Eltern werden durch diese Bildungsstruktur (Grundschulabitur)einem Entscheidungsdruck ausgesetzt der weder kindgerecht noch Ziel führend ist. Die Persönlichkeitsbildung, die Entwicklung eigener Interessen und einfach die Zeit zu haben, um das zu tun was in diesem Alter auch Spaß macht, bleiben auf der Strecke.
Wir alle hätten im Februar 2000 mit dem Volksbegehren DIE BESSERE SCHULREFORM die Zukunft unserer Kinder nachhaltig sichern können. Mindestens ein Zehntel der 8.927.009 Stimmberechtigten für das Volksbegehren waren erforderlich. Zur Unterstützung des Volksbegehrens wurden 507.900 gültige Eintragungen ermittelt. Dies entspricht 5,7 % der Stimmberechtigten. Die zur Rechtsgültigkeit des Volksbegehrens erforderliche Anzahl von 892 701 Unterschriften wurde um 384 801 Eintragungen unterschritten. Ich sehe uns alle wieder einmal vor der gleichen Situation wie im Jahre 2000. Man steht vor dem Folgeproblem und ist wieder einmal kompromissbereit.


Fazit: Die Entscheidung im Gemeinderat, einem Schulverbund nicht 2010 sondern erst 2011 beizutreten war richtig. Nur so haben wir die Möglichkeit uns den besseren Verbundspartner auszusuchen und parallel eine Projektschule nach MdB Martin Güll sowie Deutschlands bekanntestem Schulentwicklungsforscher Prof. Dr. Ernst Rösner vom Institut für Schulentwicklungsforschung an der TU Dortmund und ein konkretes Modell für eine wohnortnahe Schule auf der Basis einer regionalen Gemeinschaftsschule zu entwickeln. „Damit wird es ein echtes Alternativmodell zu der vor allem bei den Kommunen und auch Schulleitungen heftig umstrittenen Mittelschule geben.

Alfons Weber


Weiter Infos zu diesem Thema:

Internetauftritt "Bildung Am Limes"

Demonstration FÜR eine Gemeinschaftsschule Denkendorf - Kipfenberg
  • Bilder - Teil 1
  • Bilder - Teil 1
  • TAZ - weißblaue Schule für alle!

    Schulen für alle - Die Zukunft beginnt in Ascheberg (SPIEGEL online)

    MDL Martin Güll AKTUELL

    Präsentation Alternativen zur Mittelschule von Dr. Ernst Rösner

    Länger gemeinsam lernen

    SPD-Fraktion fordert Stopp der 'Hauptschulreform'

    Ratlose Hauptschüler

    SPD Ortsverein Denkendorf